Vorbilder. Lebensträume. Perspektiven.
Empowerment von jungen Frauen mit Fluchterfahrung in Berlin-Mitte

 

Podcast "Flucht und Perspektive: Sechs junge Frauen erzählen"

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gemalt von Zahra Ramazani

Podcast Teil 1 (Dauer etwa 20 min)

Podcast Teil 2 (Dauer etwa 25 min)

Podcast Teil 3 (Dauer etwa 21 min)

Podcast Teil 4 (Dauer etwa 19 min)


Podcast volle Länge (Dauer etwa 1:25 h)

Moderation:
Somaye

Sprecherinnen:
Zahra R.
Lava
Mais
Liada
Somaye
Zahra Sh.

Musik:
Instrumentals: Levetzow Girls
"Erinnerung": gesungen und geschrieben von Lava

Fragen und Durchführung des Speed-Datings:
Miriam Götz

Projektleitung und Schnitt:
Kerstin Falk

 

Welche Erwartungen haben junge geflüchtete Frauen heute an ihr Leben? Was denken sie über Zuschreibungen, über Vorbilder oder die Bedeutung von Sprache? Wo und wann fühlen sie sich glücklich? Sind Herkunft, Heimat und Identität dabei immer deckungsgleich?

Der Podcast "Flucht und Perspektive: Sechs junge Frauen erzählen", gibt mit einem Speed-Dating überraschende Antworten auf spontan vorgelegte Fragen. Es kommen sechs Persönlichkeiten im Alter von 14 bis 20 Jahren zu Wort, die uns durch ihre individuellen Erfahrungen und Reflexion ihres Lebens, dazu einladen eine andere Perspektive auf unsere Lebensgewohnheiten und auf das Thema "Flucht und Integration" einzunehmen. Zuschreibungen zu "den Flüchtlingen" werden schnell ad Absurdum geführt.

Dieser Podcast ist eine Hommage an Freundschaft, an Mütter, an Musik und Kunst als verbindende Elemente. Er ist das Ergebnis des Projektes "Greta, Malala & Co. Vorbilder. Lebensträume. Perspektiven", gefördert aus Mitteln des bezirklichen Integrationsfonds des Bezirks Mitte. Texte für die Moderation, Songtexte und Musik sind allesamt in Eigenproduktion entstanden.

 


Das Projekt Greta, Malala & Co. Vorbilder. Lebensträume. Perspektiven. ist abgeschlossen.

Wenn die Beteiligung zwar Corona bedingt geringer war als vorgesehen, so haben wir umso mehr die vertraute Atmosphäre geschätzt, die sich durch unsere regelmäßigen Treffen im Kleinen entwickeln konnte. Die schs regelmäßigen Teilnehmerinnen, junge geflüchtete Mädchen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, haben sich auf eigenen Wunsch zunächst mit den Themen Klimawandel/ Fridays for Future und Möglichkeiten, selbst umweltbewusst zu handeln auseinandergesetzt.

Daran anknüpfend ging es um Massentierhaltung, Fleischverzicht und Arbeitsrechte im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in einer Tönnies-Großschlachterei. Der Besuch des Futuriums im Sommer regte dazu an, sich eingehender mit Zukunftsszenarien und der Frage, was für uns eine erstrebenswerte Zukunft ist und was wir dazu beitragen können zu beschäftigen. Letztlich war der Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer mit Fotos von DDR-Flüchtlingen und der Open-Air Ausstellung "Europas Grenz-Werte: Vom Mauerfall bis Corona" der Auslöser für die Aufarbeitung der eigenen Fluchterfahrungen der Mädchen. Durch spontane Erzählungen vor Ort entstand der Wunsch, einem breiteren Publikum nicht die dramatische Seite der Fluchtgeschichte zu erzählen. Vielmehr war es den Mädchen und jungen Frauen ein Bedürfnis auf die Bühne zu bringen, warum und wie sie die Fluchterfahrung stark gemacht hat, um entschieden in Deutschland einen selbstbestimmten Lebensweg zu beschreiten. Sie wollen Vorbild sein für andere Frauen und ihnen zeigen, dass man das fast alles schaffen kann, wenn man nur an sich selbst glaubt.

Aufgrund von Corona war es nicht möglich, wie gewünscht, ein Theaterstück zu entwickeln. Als Ergebnis sind zum einen Bauchläden entstanden, mit denen die jungen Frauen beim Weltmädchentag im Olaf-Palme Zentrum das Gespräch mit anderen Mädchen gesucht haben und ein Podcast mit Reflexionen zu ihrer Vergangenheit und ihrem jetzigen Leben in Berlin.

 

Ziel des Projektes war die Auseinandersetzung mit eigenen Vorbildern und selbst ausgewählen gesellschaftspolitischen Themen. Durch die Möglichkeit, sich in einem vertrauten Rahmen über persönliche Erfahrungen auszutauschen und kritisches Denken einzuüben, konnten die Mädchen und jungen Frauen darin bestärkt werden, ihre eigene Meinung einem breiteren Publikum kund zu tun.

 

Sie sind jung und mutig. Sie sagen laut ihre Meinung. Sie bloggen, twittern, schreiben Bücher. Ihre Botschaften sind klar und gleichzeitig unbequem. Ihr weltweites Engagement macht sie für viele zu Vorbildern. Für ihre Anliegen, für ihre Generation, für viele junge Frauen rund um den Globus.

 

 

Malala Yousafzai (Pakistan)

Mit 11 Jahren begann Malala über die Gewalt der pakistanischen Taliban in ihrer Heimat für die BBC
zu bloggen. 2012 wurde auf Malala ein Attentat verübt, Taliban hielten ihren Schulbus an und schossen auf sie, weil sie sich für die Bildung von Mädchen engagierte. Schwerverletzt überlebte sie
und ist heute eine der führenden Aktivistinnen für die Rechte von Kindern. 2014 erhielt sie den Friedensnobelpreis als jüngste Nobelpreisträgerin überhaupt. Heute ist sie Friedensbotschafterin der UN.

Greta Thunberg (Schweden)

Die 17-jährige schwedische Klimaschutzaktivistin Greta ist aktuell eine der bekanntesten Personen weltweit. Die von ihr initiierten „Schulstreiks für das Klima“ sind inzwischen zur globalen Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) gewachsen. Sie möchte erreichen, dass die Vereinbarungen des Pariser Klimaschutzabkommens eingehalten werden. 2019 erhielt Greta den Alternativen Nobelpreis und wurde vom Magazin Time zur Person of the Year gewählt.

Yeonmi Park (Nordkorea)

2007 ist die damals 13-jährige Yeonmi mit ihrer Familie aus Nordkorea geflüchtet. Yeonmi und ihre Mutter gerieten bei
der Flucht an chinesische Menschenhändler. Ihre Erzählungen fanden schnell ein Millionenpublikum. Heute lebt sie in New York und engagiert sich für Menschenrechte und gegen Menschenhandel.

Emma Gonzalez (USA)

2018 überlebte die 17-jährige Schülerin das Parkland Massaker in Floria, USA. Seitdem ist sie zum Gesicht der Schülerprotestbewegung gegen Waffengewalt und für strengere Waffengesetze und Kontrollen in den USA geworden. 2018 erhielt sie für ihr Engagment den Stuttgarter Friedenspreis.

 

 

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des bezirklichen Integrationsfonds des Bezirks Mitte. Der Integrationsfonds ist eine Maßnahme des Gesamtkonzepts zur Integration und Partizipation Geflüchteter des Senats von Berlin.