Viele Früchte !

Georgien zu dieser Jahreszeit, im Spätsommer, ist ein Traum! Es ist noch richtig schön warm, T-Shirt-Wetter satt, aber nicht mehr so heiß wie im Hochsommer. Dazu der Anblick der Berge des Kaukasus, die Wälder, die vielen Bäche und Flüsse. Unter diesen Bedingungen bringt die Natur etliche Köstlichkeiten hervor. Es gibt Obst und Gemüse in Hülle und Fülle und voller Geschmack: große, aromatische Tomaten, knackige Gurken, saftige Pfirsiche, süße Feigen, Äpfel und Birnen, Melonen, Pflaumen, Mirabellen, Trauben  - um nur einige zu nennen. Und bald gibt’s dann auch den neuen Wein. 

Zwei Flaschen besonders leckeren georgischen Wein haben wir vom diesjährigen Besuch in Georgien und im Hort mitgebracht; eine davon vielleicht für dich!

Während die Natur in Georgien überaus fruchtbar ist, sind es die derzeitigen gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen leider nicht: Die Covid-19-Pan­de­mie hat die Wirtschaft zunehmend geschwächt; nicht nur aber vor allem die Tourismus-Branche ist stark betroffen. Die Arbeitslosigkeit steigt und gleichzeitig steigen die Lebensmittelpreise. Mittlerweile leben 19,5 % der Geor­gie­rin­nen und Geor­gier unter­halb der Armuts­grenze. Auch das politische System ist in der Krise; zwischen Regierung und Opposition gibt es schon seit Jahren eine sich zuspitzende Polarisierung und Blockade. Dadurch bleiben nötige Entwicklungen und Reformen auf der Strecke und auch die Gesellschaft Georgiens wird durch diese Krise zusehends gespalten.

Sinnbildlich für diese Situation scheint mir dieses Bilder von einem Hort-Ausflug in die Natur. Am Rande einer Wiese fanden die Kinder dieses Gerippe eines alten Busses und spielten darin. Der gesellschaftliche Rahmen in dem sich diese Kinder befinden, ist wie diese Karosserie in einem schlechten Zustand. Dennoch müssen sich die Kinder darin zurechtfinden und ihren Weg gehen. Dazu dass dies im Leben dieser Kinder wie auch hier schon im Spiel gelingt, leistet der Hort einen sehr wertvollen Beitrag.

Während unseres Besuches konnten wir diesmal pandemiebedingt keines der Hort-Kinder treffen. Mit den Lehrerinnen Eka, Maka und Medea und vor allem mit der Leiterin Marika haben wir uns aber viel unterhalten und von der Arbeit mit den Kindern berichten lassen. Alle sind sehr zufrieden mit der gemeinsamen Aufgabe und der Zeit mit den Kindern. 

Besonders Maka und Medea, die neu dabei sind, betonen wie beeindruckt sie selbst von der Arbeit sind und wie besonders die Zeit im Hort für die Kinder ist. Medea, die zuvor einen Abschluss in Psychologie erworben hat, berichtet von positiven Veränderungen bei den Kindern. Eka, die Köchin, hat hervorgehoben, dass allein schon das warme Mittagessen eine große Hilfe für die Kinder sei. Marika erzählt uns, dass es zunächst einmal ganz einfache Dinge sind, die die Kinder hier noch lernen sollen, z.B. sich die Hände zu waschen oder wie man den Tisch deckt. Gleichzeitig üben sie aber auch mit den Kindern aufeinander zu achten, einander zuzuhören, sich gegenseitig zu unterstützen, einander Feedback zu geben, die eigene Meinung zu vertreten, aber auch die der anderen stehen lassen zu können.

Mit einem expliziten Dank an alle Spender:innen wurden uns auch die weitestgehend abgeschlossenen Renovierungen in den Räumlichkeiten gezeigt. Viele Schäden durch das früher undichte Dach sind jetzt behoben und die Decken und Wände endlich trocken und sauber. Jetzt wäre es super, noch einen eigenen Gasanschluss zu dem Grundstück zu legen. Gas wird dort zum Kochen und für Warmwasser benötigt. Der Anschluss ist zwar für Organisationen weitaus teurer als für Privathaushalte, aber würde auch den Aufwand und das Risiko mit den Gasflaschen deutlich reduzieren.

Beim Gang durch den Garten von “tschweni eso” entdecken wir einen Apfelbaum der so voll mit Äpfeln hängt, dass alle Äste stark zu Boden gezogen werden. Dass auch die Arbeit mit den Kindern hier im Hort so viele Früchte trägt, wünschen wir den Lehrerinnen und Kindern! 

Damit auch unsere Reise kleine Früchte hinterlässt, haben wir den Erzieherinnen und Kindern etliche Masken und Corona-Schnelltest für das neue Schuljahr mitgebracht. Besonders die Schnelltests kann man in Georgien nicht bekommen. 

Schließlich noch einmal etwas zu den Früchten von Früchten: Ein echtes Geschmackserlebnis hatten meine Frau Nino und ich bei einer Weinprobe in der bekannten Kindzmarauli-Kellerei in der nahegelegenen Kreisstadt Kvareli. Von diesen Weinen haben wir zwei Flaschen mitgebracht, die wir unter allen Spender:innen im September und Oktober verlosen werden. Es handelt sich dabei um zwei halb-trockene Rotweine der Rebsorte Saperavi (von 2017 und 2018). Wir wünschen “Gaumadschos!” (wörtl.: Sei siegreich!) - mit diesem Wunsch wird in Georgien angestoßen und ohne Trinkspruch wird nicht getrunken.

 

 

Derzeit zwei deutsche Praktikanten im Hort

Kobi und Nelson, zwei Schüler aus Berlin machen gerade ein dreimonatiges Praktikum im Hort-Projekt in Georgien und erzählen uns im Interview etwas von ihren Erfahrungen dort.

Hallo! Wer seid ihr?

Wir sind Kobi und Nelson. Wir sind beide 17 Jahre alt und Schüler an der Evangelischen Schule in Berlin (ESBZ).

 

Was macht ihr in Georgien?

An unserer Schule ist es vorgesehen, dass alle Schüler der 11. Klasse für zwei bis drei Monate ein Praktikum in einem sozialen Projekt in einem anderen Land absolvieren. Wir sind hier bei dem Hort-Projekt tschweni eso in Ost-Georgien. Das Projekt unterstützt Kinder aus schwierigen Verhältnissen, indem ihnen nach der Schule eine Betreuung angeboten wird, inklusive Mittagessen und Hilfe mit Hausaufgaben. Seit Anfang April helfen wir hier mit.

Wie sieht das genau aus?

Wir helfen mit bei der Betreuung der Kinder an jedem Wochentag von 13 bis 17 Uhr. Oft wird gebastelt und gespielt (z.B. Kartenspiele oder Ballspiele). An manchen Tagen bereiten wir auch Aktivitäten vor wie zum Beispiel eine Schatzsuche oder einen Eierlauf. Wir spielen aber nicht nur mit den Kindern, sondern helfen ihnen auch bei ihren Hausaufgaben. Die Sprache macht es etwas schwierig, aber wir können auf jeden Fall bei den Englisch-Hausaufgaben helfen. Wir haben außerdem angefangen ein kleines Haus mit den Kindern zu bauen; nichts Besonderes einfach nur etwas in dem sie spielen können. Leider hatten wir bisher noch nicht die perfekten Werkzeuge und deshalb ging die Arbeit etwas schleppend voran, aber wir sind zuversichtlich, dass wir das Haus noch fertig stellen werden bevor wir zurück nach Deutschland fliegen.

Was habt ihr sonst so gemacht?

Wir haben auch schon Ausflüge zu Flüssen gemacht und einmal sind wir auch einen Berg hoch zu einer Kirche gewandert. Hoch oben hatten wir eine sehr schöne Aussicht – wir haben die Berge des Kaukasus vor uns gesehen. Wir sind auch schon eingeladen worden, u.a. von der Familie eines Hort-Kindes. Die Menschen hier sind sehr gastfreundlich und wenn wir eingeladen sind, gibt es viel zu essen und zu trinken. Besonders lecker sind Chinkali, gefüllte Teigtaschen. Das ist unser absolutes Lieblingsessen. Die Küche ist ganz anderes als in Deutschland.

Beim gemeinsamen Chinkali-Kochen

Was hat euch am meisten beindruckt?

Irgendwie können wir als Jugendliche eine etwas andere Verbindung zu den Kindern im Hort aufbauen als die erwachsenen Betreuer – auch ohne Georgisch-Kenntnisse. Auf jeden Fall haben die Kinder und wir sehr viel Spaß zusammen. Und wir konnten uns auch schon viel gegenseitig beibringen, zum Beispiel wie man auf der jeweils anderen Sprache bis zehn zählt oder sich vorstellt. Wir können das Projekt nur weiter empfehlen. Uns macht das Praktikum super viel Spaß und wir denken es ist für uns alle eine tolle und lehrreiche Erfahrung!

 

 

 

(For the English version see below)

Jahresrückblick 2020

tschweni eso, das Hortprojekt für benachteiligte Kinder in Ostgeorgien, war im Jahr 2020 nicht nur geprägt von beispiellosen Herausforderungen durch Covid-19, sondern auch von Wachstum, Ermutigung und einer verstärkten Bindung an die Familien der Kinder. Wir haben einige sehr großzügige Einmalspenden sowie einen Anstieg unserer regelmäßigen Spenden erlebt. Dies ermöglichte nicht nur etliche Lebensmittelpakete für die Familien während der Lockdowns, sondern auch Reparaturen am Gebäude und den Kauf eines größeren Ofens.

 

Der erste Lockdown in Georgien dauerte von März bis Ende Juni. Als die Schulen in dieser Zeit schlossen, musste auch der Hort schließen. Marika Tskhadadze, die Leiterin des Zentrums, hielt aber den Kontakt zu den Kindern durch Telefonate aufrecht und stellte dabei fest, dass die Situation in einigen Familien sehr prekär war. Da die Eltern wegen einer strengen Abriegelung oft nicht arbeiten konnten, war kaum Geld für das Nötigste vorhanden. Marika begann, Pakete für die Familien zusammenzustellen, die Lebensmittel und Hygieneartikel enthielten. Sie verteilte diese zusammen mit Aufgaben und Bastelmaterialien für die Kinder.

Essenseinkäufe für die Hort-Familien im Lockdown

 

Im Juli, nach der ersten Schließung, wurde das Zentrum wiedereröffnet. Nach einer so langen Zeit mit sehr eingeschränktem persönlichem Kontakt beschloss Marika, die Öffnungszeit des Hortes bis weit in die Sommerferien im August hinein zu verlängern - ein Novum. Die Kinder waren sehr erfreut, wieder dort sein zu können und ihre Lehrerinnen und Freunde wiederzusehen. Da mehr Kinder den Hort besuchten, wurde auch eine neue Lehrerin eingestellt - Maka.

Die neue Lehrerin mit einer Gruppe von Hort-Kindern
Maka, die neue Lehrerin, mit einer Gruppe von Hort-Kindern

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„Wir haben eine sehr schöne Zeit miteinander. Und ich liebe das Basteln und Malen.“ Lika, 10 Jahre

„Für uns ist das Tagezentrum sehr wichtig. Wenn die Kinder dort sind, wissen wir sie geschützt und gut aufgehoben.“ Diana, Mutter von Lika

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Mitte September wurde der Hort zum neuen Schuljahr wiedereröffnet. Zu diesem Zeitpunkt startete ein neues Projekt namens "Mein Arzt", für das freitags eine Ärztin in den Hort kam und mit den Kindern über Hygiene, gesunde Ernährung und Erste Hilfe sprach. Die Kinder bekamen ihr eigenes Erste-Hilfe-Set. Im Herbst unternahm die ganze Gruppe auch Ausflüge und sammelten Naturgegenstände für Kunstprojekte. Zusammen feierten Kinder und Lehrerinnen im Oktober das Erntedankfest. Ein neuer Heizofen wurde angeschafft, um einen größeren Raum über den Winter warm zu halten.

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„Ich möchte gerne Ärztin werden. Ich mochte die Ärztin sehr, die zu uns kam.“ Mari, 9 Jahre

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Anfang November begann Marika mit den Vorbereitungen für eine Weihnachtsaufführung, für die die Kinder das Drehbuch mitschrieben. Leider kam Ende November der zweite Lockdown, sodass die Feier nicht wie geplant stattfinden konnte. Stattdessen organisierte Marika eine Online-Feier. Außerdem organisierte sie Weihnachtsgeschenke für die Kinder, die nach Absprache mit den Eltern vor allem aus Dingen zum Anziehen wie Schuhen, Jacken, Pullovern und Hosen bestanden.

Die Weihnachtsgeschenke für die Kinder

 

Mit der neuen Schließung hat Marika die Lieferung von Lebensmittelpaketen an die Familien zweimal wöchentlich wieder aufgenommen. Außerdem hat sie eine Online-Gruppe eingerichtet, um den Eltern schnell Informationen zukommen zu lassen, wenn ein persönlicher Kontakt nicht möglich ist. Die Zeit wurde auch genutzt, um im Hort-Gebäude drei Fenster und eine Tür auszutauschen, die so alt geworden waren, dass sie zugig waren.

Zusammenzufassend: Obwohl die Corona-Beschränkungen den Hort im Jahr 2020 zweimal geschlossen haben, ist die Arbeit weitergeführt worden und sogar noch gewachsen. Die Bindung zu den Familien ist gestärkt worden und die Wertschätzung für die Arbeit ist gestiegen.

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„Alle betonten, dass sie durch unseren Beistand in dieser schweren Zeit nicht alleine gewesen sind und dadurch durchgetragen wurden.“ Marika, Leiterin des Hort-Projekts 

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Wir möchten all unseren Unterstützern und Spendern ein großes Dankeschön aussprechen. Das Projekt hat nicht nur überlebt, es hat sich weiterentwickelt. Ohne Ihre Hilfe wäre es nicht zu schaffen gewesen.

 

Status Report 2020

For tschweni eso, the after-school project for disadvantaged children in eastern Georgia, the year 2020 was marked not just with unprecedented challenges due to Covid-19 but also with growth, encouragement and strengthened ties to the childrens’ families. We have seen some very generous one-off donations as well as an increase in our regular-donor base. This has enabled not just regular food packages for families during the lockdowns but also repairs to the building and the purchase of a larger heating stove.

The first lockdown in Georgia went from March to the end of June. As schools closed, the after-school center had to close too. Marika Tskhadadze, the head of the center, kept up contact with the children through phone calls and in the process discovered that the situation in some families was quite precarious. With the lockdown preventing parents from working, there was little money for the basic necessities. Marika started preparing packages for the families that included food and hygiene articles. She distributed these along with tasks and craft materials for the children.

In July after the first lockdown, the center re-opened. After such a long time with very limited face-to-face contact, Marika decided to extend the opening time of the center well into the summer holidays in August – a first. The children were very pleased to be back and to see their teachers and friends again. With more children attending, the center welcomed a new teacher on board - Maka.

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„We have a really great time together. And I love making things and painting.“ Lika, 10 years-old.

“For us the after-school center is important. We know that when the children are there they are protected and in good hands.” Diana, mother of Lika

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In mid-September the after-school care center re-opened along for the new school year. It  saw the start of a new project called “My Doctor” for which a doctor came to the center on Fridays and talked to the children about hygiene, healthy eating and first aid. The children were given their own first-aid kits. The children also took excursions outside and collected nature objects for art projects. The group celebrated Thanksgiving together. A new heating stove was purchased to keep a larger room warm through the winter.

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„I would like to become a doctor. I really liked the doctor that came to us.“ Mari, 9-years-old.

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At the beginning of November, Marika started preparing a Christmas performance for which the children helped write the script. Unfortunately, the second lockdown came at the end of November, meaning the celebrations couldn’t be held as planned. Instead, Marika organized an online celebration. She also organised Christmas presents for the children, which after consultation with the parents largely consisted of things to wear such as shoes, jackets, pullovers and trousers.

With the new lockdown, Marika has resumed the delivery of food packages to the families twice weekly. She has also set up an online group to get information to the parents quickly when personal contact isn’t possible. The time has also been used to replace three windows and a door that had gotten so old they were draughty.

To sum up: Although the lockdowns have closed the after-school center twice this year, the work has continued and even grown in 2020. Ties to the families have been strengthened and appreciation for the work has grown.

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„Everyone emphasized that they had not been alone in this difficult time because of our support and that had helped carry them through it.” Marika, head of after-school center

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We would like to say a big thank you to all our supporters and donors. The project has not only survived, it has thrived. It couldn’t have been done without your help.

 

 

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Wärme und Gemütlichkeit benötigt !

Von Akhalsopeli aus sieht man jetzt schon den ersten Schnee auf den Bergen des Kaukausus – der an dieser Stelle bis über 2300 Meter hoch ist. Das Dorf liegt nicht weit von der russischen Grenze an den Füßen der Kaukasus. Das russische Sotchi, wo 2014 die Olympischen Winterspiele stattgefunden haben, liegt am westlichen Ende des Kaukasus am Schwarzen Meer. Akhalsopeli liegt an der gleichen Bergkette ca. 500 km weiter östlich. Die Winter im Dorf sind kalt.

Im Dorf ist es im Herbst zum Teil noch recht warm, aber auf den Bergen liegt schon der erste Schnee.

Der Hort ist besonders in der kalten und dunklen Jahreszeit sehr wichtig für die Kinder. Er bietet ihnen einen warmen und wohligen "Unterschlupf". Hier erhalten sie nach der Schule ein gekochtes Mittagessen und Unterstützung bei den Hausaufgaben.

In diesem Winter soll der Hort Corona-bedingt in einem größeren Raum des Hauses stattfinden. In Akhalsopeli sind zwar bislang keine Corona-Fälle verzeichnet worden, aber die Leiterin Marika ist bemüht die Hygienestandards einzuhalten. In dem größeren Raum kann besser Abstand gehalten werden, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Dieser größere Raum kann aber bisher nicht beheizt werden. In Vorbereitung auf den kommenden Winter sind schon einige Reparaturen an den Fenstern und einer Tür begonnen worden, was zur Isolierung des Gebäudes beiträgt. Zudem ist noch ein größerer Ofen nötig. Insgesamt sind die Kosten ca. € 550. Wer spendet für ein Stück Wärme und Gemütlichkeit in der kalten Jahreszeit?

Die alten, einglasigen Fenster sind schon raus.

 

Furnace urgently needed

From Akhalsopeli you can already see the first snow on the mountains of the Caucasus - which is over 2300 meters high. The village is not far from the Russian border at the foot of the Caucasus. The Russian Sochi, where the 2014 Winter Olympics took place, is located at the western end of the Caucasus on the Black Sea. Akhalsopeli is located on the same mountain range about 500 km further east. The winters in the village are cold.

The day care center is very important for the children, especially in the cold and dark season. It offers them a warm and safe "shelter". Here they receive a cooked lunch after school and help with their homework.

This winter, the children will move into a larger room of the house. In Akhalsopeli no cases of the corona virus have been recorded so far, but the director Marika is keeping up the hygiene standards. In the larger room it is easier to keep a distance to keep the risk of infection as low as possible.

In preparation for the coming winter, some repairs need to be made to the windows and a door, which will help to insulate the building. The larger room has no heating so a new, large stove is needed. Together these cost about € 550. If you would like to donate some warmth and cosiness during the cold season, please feel free to do so.

The old windows have already been taken out.

 

 

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tschweni eso wächst !

  • Zum ersten Mal überhaupt macht unser Hort auch in den Sommerferien auf.
  • Eine neue Lehrerin ist an Bord: willkommen Maka!
  • Die Kinder, die zu Hause oft alleine zurecht kommen müssen, sollen mit neuen Ideen zusätzliche Unterstützung erhalten.

Seit dem 15. Juni gibt es erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Georgien. Auf Bitten der Kinder und deren Eltern hat die Leiterin Marika den Hort auch während der georgischen Sommerferien zweimal wöchentlich aufgemacht. Das ist eine Premiere und zeigt wie gerne die Kinder in den Hort kommen und wie sehr sie sich damit identifizieren.

Während des Lockdowns hatte Marika neben Essenspakaten auch kleine Aufgaben an die Kinder verteilt. Unter anderem sollten die Kinder kleine Präsentationen über ihr Dorf vorbereiten. Diese haben sie sich nach der Wiedereröffnung gegenseitig vorgestellt. Dabei haben sie auch voneinander viel gelernt.

Mit dem Schulbeginn am 15. September wird der Hort wieder fünf Tage in der Woche geöffnet sein. Zu den bisherigen 10 Hortkinder werden dann mindestens 2 neue ErstklässlerInnen dazukommen.

Seit Juli verstärkt nun eine dritte Lehrerin das Team. Neben Marika und Eka ist jetzt Maka eingestiegen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn Marika hatte lange keine geeignete Lehrerin finden können. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens sind die Baptisten als kleine religiöse Minderheit im orthodox-geprägten Georgien nicht vollständig akzeptiert. In Teilen der Bevölkerung gibt es Vorbehalte. Manche Menschen vermeiden den Kontakt zu religiösen Minderheiten und würden daher auch nicht bei einem Projekt unter baptistischer Trägerschaft mitarbeiten. Zweitens ist die schulische Pädagogik in Georgien oft von einem sehr autoritären Stil geprägt. Da dies nicht dem pädagogische Ansatz von Marika entspricht, reduziert sich auch hierdurch die Auswahl möglicher Hort-Lehrerinnen. Umso erfreulicher ist es, dass nun Maka dazu gekommen ist. Sie ist erst 21 Jahre alt und hat bisher keine pädagogische Ausbildung. Dadurch ist sie bereit zunächst einmal von Marika angeleitet und ausgebildet zu werden, wie sie die Kinder bestmöglich begleiten und unterstützen kann. Erste Erfolge sind bereits zu sehen und die Kinder mögen sie sehr. Mit Maka verbessert sich auch der Betreuungsschlüssel trotz gestiegener Kinderzahl.

Die neue Lehrerin Maka mit einem Hortkind
Die neue Lehrerin Maka mit einem Hortkind.

Finanziell ist auch Erfreuliches zu berichten: Dank einiger Einzelspenden sowie einem wachsenden Kreis an regelmäßigen Spenderinnen und Spendern ist das Projekt auf absehbare Zeit gesichert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung!

Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Da einige der Hort-Kinder zu Hause oft alleine zurecht kommen müssen, möchte Marika einmal wöchentlich einen Hauswirtschaftsunterricht anbieten. Eine geeignete Lehrerin dafür hat ihre Zusage schon gegeben. Die Kinder sollen praktische und alltägliche Dinge lernen, die ihnen weitere Selbständigkeit eröffnet: Knöpfe annähen, ein einfaches Essen zubereiten, eine Wunde säubern und verbinden. 

Außerdem gibt es noch einige nötige Renovierungsarbeiten die nach und nach gemacht werden sollen, wann immer finanzielle Mittel dafür vorhanden sind. Wie in diesem Newsletter schon berichtet, hat das Gebäude im letzten Herbst ein neues Dach bekommen und das gerade noch rechtzeitig. Jetzt wäre zum Beispiel eine der Wände zu reparieren, die einen Wasserschaden hatte. Dringend sind auch mehrere Fenster und eine Tür auszuwechseln. Und für den kommenden Winter muss ein neuer, größerer Ofen angeschafft werden.

Jetzt zum Schulanfang sollen zusätzlich zu den Essenspaketen, die weiterhin an die Hort-Familien verteilt werden, auch noch ein paar Anziehsachen nach Bedarf übergeben werden. Wir freuen uns sehr mit den neuen und alten Kindern, dass der Hort nun nach den Ferien wieder richtig losgeht und bedanken uns herzlich für jede Spende, die das alles erst möglich macht.

Hier einige Bilder aus der Ferienzeit:

 

tschweni eso is growing !

  • Our after-school center opens for the first time ever during summer vacation
  • New teacher comes on board: welcome Maka!
  • New ideas to support children, who often have to manage on their own at home

Georgia starting easing corona restrictions on June 15. At the request of the children and their parents, the project head Marika opened the after-school center twice a week during the Georgian summer holidays. There was only a break in August. This is a premiere and shows how much the children enjoy attending and how much they identify with the center.

During the lockdown, Marika distributed food packages as well as assignments to the children. Among other things, the children had to prepare short presentations about their village. They presented these to each other after the reopening and learned a lot from each other.

With the start of school on September 15, the day-care center will again be open five days a week. In addition to the current 10 children, at least two new first-graders will start attending.

Since July, a third teacher has joined the team. Besides Marika and Eka, Maka has now joined the team. This is good news. Marika had not been able to find a suitable teacher for a long time. There are two main reasons for this: First, as a small religious minority in orthodox Georgia, Baptists are not fully accepted. There are reservations in parts of the community. Some people avoid contact with minorities and would therefore not participate in a project run by the Baptists. Secondly, teaching in Georgia is often characterized by a very authoritarian style. However, this is not Marika's pedagogical approach, which also reduces the selection of possible teachers. So, it is all the more pleasing that Maka has now joined the group. She is 21 years old and has no previous pedagogical training. She is open to learn about Marika’s ideas on how to manage the children and nurture them in the best possible way. It’s been a success so far and the children like her very much. And importantly, Maka joining the project means that, the ratio of teachers to children has improved, despite more children attending.

Maka, the new teacher, helping one child. 

Financially, there is also positive news to report: Thanks to several individual donations as well as a growing circle of regular donors, the existence of the project is secured for the foreseeable future. At this point a heartfelt thank you for the great support!

This also opens up new possibilities to support the children in their development. Because some of the children that come to the after-school center often have to take care of themselves at home, Marika would like to offer a home economics lesson once a week. A suitable teacher has already been found. The children are to learn practical, everyday things that will help them to manage on their own: sewing on buttons, preparing a simple meal, cleaning and dressing a wound.

There are also some necessary renovation works that should be done bit by bit whenever financial means are available. As reported previously in this newsletter, the building got a new roof last fall, which was just in time. Now, for example, one of the walls that had been damaged by water needs to be repaired. It is also necessary to replace several windows and a door. And for the coming winter, a new, larger stove must be purchased.

Now for the beginning of the school year, in addition to the food packages that will continue to be distributed to the families of the children who attend the after-school center, a few items of clothing will be handed over as needed. We and the children, both new and returning kids, are very pleased that the after-school center is starting up again full time after the summer vacation and we would like to thank you for every donation that makes all this possible.

 

 

Corona auch in Georgien

Derzeit bestehen auch in Georgien strenge Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Schulen und Universitäten sind geschlossen, der öffentliche Verkehr ist komplett eingestellt, viele Menschen haben derzeit keine Arbeit. Das hat die ohnehin prekäre Lebenssituation mancher Familien noch schwieriger gemacht. Das gilt auch für die meisten Familien der Hort-Kinder. 

In dieser Situation hat die Leiterin des Projektes Marika Tshkadadze entschieden, nicht nur den Kindern Spiel- und Bastelmaterialien aus dem Hort zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Familien in regelmäßigen Abständen Essenspakete zu bringen.

Damit ist den Familien auch in dieser besonderen Zeit wirklich geholfen.

Ein Hort-Kind mit seiner Mutter bei der Entgegennahme der Lebensmittel
Ein Hort-Kind mit seiner Mutter bei der Entgegennahme der Lebensmittel

 

(For the English version see below)

Jahresbericht 2019 - rückblickend einige der wichtigsten Aspekte und Aktivitäten:

In beiden Schuljahren, dem bis zu den Sommerferien und dem noch laufenden Schuljahr, konnten jeweils 10 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren in das Hort-Programm aufgenommen werden. Davon waren im vergangenen Schuljahr drei und im neuen zwei Kinder, die ganz neu den Hort besucht haben. 

Als wir das Dorf in den Sommerferien besucht haben, ließen sich etliche Kinder spontan einladen und wir saßen zusammen, haben uns unterhalten und ein bisschen gespielt. Wir merkten dabei deutlich, dass die Kinder gerne in den Hort kommen, die Erzieherinnen dort sehr mögen und mit ihnen und den anderen Kindern zusammen eine wirklich gute Gemeinschaft haben.

Besonders bei den neuen Kinder lässt sich auch belegen wie sich ihre Schulleistungen im Laufe eines Jahres durch dieses Nachmittagsangebot, das eine Hausaufgaben-Betreuung beinhaltet, verbessern. Dies wird auch von Eltern und SchullehrerInnen rückgemeldet und das Projekt erhält dadurch zunehmend Lob und Anerkennung in der Bevölkerung. (Hierzu muss man wissen, dass im stark orthodox geprägten Georgien andere Religionsgemeinschaften oft skeptisch oder sogar ablehnend betrachtet werden. Da der Hort von der lokalen Baptistengemeinde organisiert wird, waren anfangs manche Dorfbewohner dem Projekt gegenüber kritisch eingestellt.) Im Dezember kam sogar eine Frau aus dem Dorf unangekündigt mit Kuchen und Getränken vorbei, um den Erzieherinnen für ihr (größtenteils ehrenamtliches) Engagement zu danken und den Kindern eine Freude zu bereiten.

Bei unserem Besuch haben wir aber auch sehen können, dass es teilweise an ganz einfachen Dingen fehlt. So steht den Kindern nur ein sehr begrenztes Angebot an Puzzlen und Spielen zur Verfügung, die die Kinder bereits als langweilig empfinden. Hierfür wollen wir gezielt weitere Spenden erbitten. Allerdings finden die Erzieherinnen auch immer wieder Wege den Kindern auch mit einfachen Mitteln kreative Angebote zu machen.

Außerdem machte uns Marika Tskhadadze, die Leiterin des Horts, auf etliche Stellen an Decken und Wänden aufmerksam, die Spuren von eindringendem Wasser zeigen. Wir haben sie ermutigt, den Schaden schnellstmöglich von Handwerkern begutachten zu lassen, denn durch ein undichtes Dach kann das ganze Gebäude weiteren Schaden nehmen. Der Kostenvoranschlag der Handwerker war mit 2400 € zunächst etwas überraschend, aber wie sich später herausstellte nicht unrealistisch hoch. 

Wir haben das - wie ihr wisst - dann direkt in die Bedarfe mit aufgenommen und auch priorisiert. Mittlerweile haben wir die seitdem eingegangenen Spenden nach Georgien überwiesen und die Handwerker haben die Dachreparatur abschließen können. Während der Reparatur zeigte sich, dass dies noch rechtzeitig, aber auch höchste Zeit war, um weitere Schäden am Haus zu verhindern.

Finanziert wurde das neue Dach aus den neuen Spenden, aus einem Beitrag der georgischen Baptisten, denen das Gebäude gehört, als auch teilweise aus Geldern, die für das restliche Schuljahr für Essen, Trinken, Strom, Gas etc. vorgesehen waren. Insofern benötigen wir nun auch in 2020 noch ein paar Spenden, damit der Hort auch bis zum Ende des Schuljahres fortgeführt werden kann.

Insgesamt sind wir sehr froh und dankbar, dass sich der Spenderkreis über den Verein WirGestalten e.V. und über Betterplace in diesem Jahr vergrößert hat und mehr Menschen mithelfen, das Hort-Projekt zu unterstützen. 

Daher gehen wir guten Mutes in das neue Jahr und wünschen auch Dir - in aller Verbundenheit - viele freudige und erfolgreiche Momente!

Sheenagh Matthews & Markus Bleck

 

Hier einige Bilder von der Dachreparatur:

 

Annual report 2019 - sharing some of the most relevant aspect from the after-school care project:

In both school years, up to the summer holidays and in the current school year, 10 children between the ages of 6 and 14 took part in the after-school program. Three children in the past school year and two in the current one attended the program for the first time.

When we visited the village during the summer vacation, several of the children came to see us and we sat together, talked and played a bit. The time together showed us that the children love coming to the after-school care center, that they like the teachers very much and that they get on with the teachers and the other children really well.

The new children in particular have shown an improvement in their school work during the course of the year because of the afternoon program, which includes help with homework. Both parents and school teachers are agreed on this and so the project is receiving more praise and recognition from the local community. That is no small achievement in Georgia, which is strongly Orthodox. Other religious communities are often viewed with skepticism or disapproval and because the daycare is organized by the local Baptist church, some villagers were initially critical of the project. In December a local woman even turned up unannounced with cake and drinks to thank the educators for their (primarily voluntary) commitment and to surprise the children.

During our visit, we also noticed that some elementary things are still needed. For example, the children only have a very limited range of puzzles and games, which have become boring because they are so familiar. The educators always try to find ways to be creative with very few resources but we would be pleased to receive additional donations for new games and puzzles.

During the visit, Marika Tskhadadze, the head of the day-care center, showed us a number of places on the ceilings and walls that showed water damage. We agreed to have the damage assessed as soon as possible because a leaky roof can damage the entire building. The cost estimate - €2,400 - surprised us initially but it turned out not to be unrealistically high because the roof had to be redone. As you may have seen, we advertised this need on Betterplace and prioritized it. Since then we have transferred the donations received to Georgia and the workmen have completed the repairs. It turned out that the work was done just in time to prevent further serious damage to the building (see some pictures above).

The roof was financed with new donations, a contribution from the Georgian Baptists who own the building, and also partly from funds that had been earmarked for the rest of the school year for food, drinks, electricity, gas, etc. We now still need a few donations in 2020 so the program can continue until the end of the school year.

We are very happy and grateful that the donor group has grown this year through WirGestalten e.V. and Betterplace and that more people are helping support the after-school project.

We are going into the new year full of hope and wish you a happy and successful new year!

Sheenagh Matthews & Markus Bleck

 

 

Neuigkeiten Dezember 2019
Kürzlich waren die 350 € zusammen, die für die Reparaturen am Dach veranschlagt waren. Dann waren die Handwerker da um die nötigen Ausbesserungen genauer abzuschätzen. Leider kam dabei heraus, dass das Dach für ca. 2200 € komplett neu gedeckt werden muss. Daher bitten wir nun gezielt um Spenden dafür.

Spenden
Mit deiner Spende hilfst du uns, das Hort-Projekt zu sichern.

Mehr Informationen unter: betterplace.org/p71271.

Spendenkonto:
WIR GESTALTEN e.V.
Spar- und Kreditbank Bad Homburg e.G.
IBAN: DE87500921000001530062
BIC: GENODE51BH2