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tschweni eso wächst !

  • Zum ersten Mal überhaupt macht unser Hort auch in den Sommerferien auf.
  • Eine neue Lehrerin ist an Bord: willkommen Maka!
  • Die Kinder, die zu Hause oft alleine zurecht kommen müssen, sollen mit neuen Ideen zusätzliche Unterstützung erhalten.

Seit dem 15. Juni gibt es erste Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Georgien. Auf Bitten der Kinder und deren Eltern hat die Leiterin Marika den Hort auch während der georgischen Sommerferien zweimal wöchentlich aufgemacht. Das ist eine Premiere und zeigt wie gerne die Kinder in den Hort kommen und wie sehr sie sich damit identifizieren.

Während des Lockdowns hatte Marika neben Essenspakaten auch kleine Aufgaben an die Kinder verteilt. Unter anderem sollten die Kinder kleine Präsentationen über ihr Dorf vorbereiten. Diese haben sie sich nach der Wiedereröffnung gegenseitig vorgestellt. Dabei haben sie auch voneinander viel gelernt.

Mit dem Schulbeginn am 15. September wird der Hort wieder fünf Tage in der Woche geöffnet sein. Zu den bisherigen 10 Hortkinder werden dann mindestens 2 neue ErstklässlerInnen dazukommen.

Seit Juli verstärkt nun eine dritte Lehrerin das Team. Neben Marika und Eka ist jetzt Maka eingestiegen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, denn Marika hatte lange keine geeignete Lehrerin finden können. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens sind die Baptisten als kleine religiöse Minderheit im orthodox-geprägten Georgien nicht vollständig akzeptiert. In Teilen der Bevölkerung gibt es Vorbehalte. Manche Menschen vermeiden den Kontakt zu religiösen Minderheiten und würden daher auch nicht bei einem Projekt unter baptistischer Trägerschaft mitarbeiten. Zweitens ist die schulische Pädagogik in Georgien oft von einem sehr autoritären Stil geprägt. Da dies nicht dem pädagogische Ansatz von Marika entspricht, reduziert sich auch hierdurch die Auswahl möglicher Hort-Lehrerinnen. Umso erfreulicher ist es, dass nun Maka dazu gekommen ist. Sie ist erst 21 Jahre alt und hat bisher keine pädagogische Ausbildung. Dadurch ist sie bereit zunächst einmal von Marika angeleitet und ausgebildet zu werden, wie sie die Kinder bestmöglich begleiten und unterstützen kann. Erste Erfolge sind bereits zu sehen und die Kinder mögen sie sehr. Mit Maka verbessert sich auch der Betreuungsschlüssel trotz gestiegener Kinderzahl.

Die neue Lehrerin Maka mit einem Hortkind
Die neue Lehrerin Maka mit einem Hortkind.

Finanziell ist auch Erfreuliches zu berichten: Dank einiger Einzelspenden sowie einem wachsenden Kreis an regelmäßigen Spenderinnen und Spendern ist das Projekt auf absehbare Zeit gesichert. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tolle Unterstützung!

Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Da einige der Hort-Kinder zu Hause oft alleine zurecht kommen müssen, möchte Marika einmal wöchentlich einen Hauswirtschaftsunterricht anbieten. Eine geeignete Lehrerin dafür hat ihre Zusage schon gegeben. Die Kinder sollen praktische und alltägliche Dinge lernen, die ihnen weitere Selbständigkeit eröffnet: Knöpfe annähen, ein einfaches Essen zubereiten, eine Wunde säubern und verbinden. 

Außerdem gibt es noch einige nötige Renovierungsarbeiten die nach und nach gemacht werden sollen, wann immer finanzielle Mittel dafür vorhanden sind. Wie in diesem Newsletter schon berichtet, hat das Gebäude im letzten Herbst ein neues Dach bekommen und das gerade noch rechtzeitig. Jetzt wäre zum Beispiel eine der Wände zu reparieren, die einen Wasserschaden hatte. Dringend sind auch mehrere Fenster und eine Tür auszuwechseln. Und für den kommenden Winter muss ein neuer, größerer Ofen angeschafft werden.

Jetzt zum Schulanfang sollen zusätzlich zu den Essenspaketen, die weiterhin an die Hort-Familien verteilt werden, auch noch ein paar Anziehsachen nach Bedarf übergeben werden. Wir freuen uns sehr mit den neuen und alten Kindern, dass der Hort nun nach den Ferien wieder richtig losgeht und bedanken uns herzlich für jede Spende, die das alles erst möglich macht.

Hier einige Bilder aus der Ferienzeit:

 

tschweni eso is growing !

  • Our after-school center opens for the first time ever during summer vacation
  • New teacher comes on board: welcome Maka!
  • New ideas to support children, who often have to manage on their own at home

Georgia starting easing corona restrictions on June 15. At the request of the children and their parents, the project head Marika opened the after-school center twice a week during the Georgian summer holidays. There was only a break in August. This is a premiere and shows how much the children enjoy attending and how much they identify with the center.

During the lockdown, Marika distributed food packages as well as assignments to the children. Among other things, the children had to prepare short presentations about their village. They presented these to each other after the reopening and learned a lot from each other.

With the start of school on September 15, the day-care center will again be open five days a week. In addition to the current 10 children, at least two new first-graders will start attending.

Since July, a third teacher has joined the team. Besides Marika and Eka, Maka has now joined the team. This is good news. Marika had not been able to find a suitable teacher for a long time. There are two main reasons for this: First, as a small religious minority in orthodox Georgia, Baptists are not fully accepted. There are reservations in parts of the community. Some people avoid contact with minorities and would therefore not participate in a project run by the Baptists. Secondly, teaching in Georgia is often characterized by a very authoritarian style. However, this is not Marika's pedagogical approach, which also reduces the selection of possible teachers. So, it is all the more pleasing that Maka has now joined the group. She is 21 years old and has no previous pedagogical training. She is open to learn about Marika’s ideas on how to manage the children and nurture them in the best possible way. It’s been a success so far and the children like her very much. And importantly, Maka joining the project means that, the ratio of teachers to children has improved, despite more children attending.

Maka, the new teacher, helping one child. 

Financially, there is also positive news to report: Thanks to several individual donations as well as a growing circle of regular donors, the existence of the project is secured for the foreseeable future. At this point a heartfelt thank you for the great support!

This also opens up new possibilities to support the children in their development. Because some of the children that come to the after-school center often have to take care of themselves at home, Marika would like to offer a home economics lesson once a week. A suitable teacher has already been found. The children are to learn practical, everyday things that will help them to manage on their own: sewing on buttons, preparing a simple meal, cleaning and dressing a wound.

There are also some necessary renovation works that should be done bit by bit whenever financial means are available. As reported previously in this newsletter, the building got a new roof last fall, which was just in time. Now, for example, one of the walls that had been damaged by water needs to be repaired. It is also necessary to replace several windows and a door. And for the coming winter, a new, larger stove must be purchased.

Now for the beginning of the school year, in addition to the food packages that will continue to be distributed to the families of the children who attend the after-school center, a few items of clothing will be handed over as needed. We and the children, both new and returning kids, are very pleased that the after-school center is starting up again full time after the summer vacation and we would like to thank you for every donation that makes all this possible.

 

 

Corona auch in Georgien

Derzeit bestehen auch in Georgien strenge Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Schulen und Universitäten sind geschlossen, der öffentliche Verkehr ist komplett eingestellt, viele Menschen haben derzeit keine Arbeit. Das hat die ohnehin prekäre Lebenssituation mancher Familien noch schwieriger gemacht. Das gilt auch für die meisten Familien der Hort-Kinder. 

In dieser Situation hat die Leiterin des Projektes Marika Tshkadadze entschieden, nicht nur den Kindern Spiel- und Bastelmaterialien aus dem Hort zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Familien in regelmäßigen Abständen Essenspakete zu bringen.

Damit ist den Familien auch in dieser besonderen Zeit wirklich geholfen.

Ein Hort-Kind mit seiner Mutter bei der Entgegennahme der Lebensmittel
Ein Hort-Kind mit seiner Mutter bei der Entgegennahme der Lebensmittel

 

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Jahresbericht 2019 - rückblickend einige der wichtigsten Aspekte und Aktivitäten:

In beiden Schuljahren, dem bis zu den Sommerferien und dem noch laufenden Schuljahr, konnten jeweils 10 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren in das Hort-Programm aufgenommen werden. Davon waren im vergangenen Schuljahr drei und im neuen zwei Kinder, die ganz neu den Hort besucht haben. 

Als wir das Dorf in den Sommerferien besucht haben, ließen sich etliche Kinder spontan einladen und wir saßen zusammen, haben uns unterhalten und ein bisschen gespielt. Wir merkten dabei deutlich, dass die Kinder gerne in den Hort kommen, die Erzieherinnen dort sehr mögen und mit ihnen und den anderen Kindern zusammen eine wirklich gute Gemeinschaft haben.

Besonders bei den neuen Kinder lässt sich auch belegen wie sich ihre Schulleistungen im Laufe eines Jahres durch dieses Nachmittagsangebot, das eine Hausaufgaben-Betreuung beinhaltet, verbessern. Dies wird auch von Eltern und SchullehrerInnen rückgemeldet und das Projekt erhält dadurch zunehmend Lob und Anerkennung in der Bevölkerung. (Hierzu muss man wissen, dass im stark orthodox geprägten Georgien andere Religionsgemeinschaften oft skeptisch oder sogar ablehnend betrachtet werden. Da der Hort von der lokalen Baptistengemeinde organisiert wird, waren anfangs manche Dorfbewohner dem Projekt gegenüber kritisch eingestellt.) Im Dezember kam sogar eine Frau aus dem Dorf unangekündigt mit Kuchen und Getränken vorbei, um den Erzieherinnen für ihr (größtenteils ehrenamtliches) Engagement zu danken und den Kindern eine Freude zu bereiten.

Bei unserem Besuch haben wir aber auch sehen können, dass es teilweise an ganz einfachen Dingen fehlt. So steht den Kindern nur ein sehr begrenztes Angebot an Puzzlen und Spielen zur Verfügung, die die Kinder bereits als langweilig empfinden. Hierfür wollen wir gezielt weitere Spenden erbitten. Allerdings finden die Erzieherinnen auch immer wieder Wege den Kindern auch mit einfachen Mitteln kreative Angebote zu machen.

Außerdem machte uns Marika Tskhadadze, die Leiterin des Horts, auf etliche Stellen an Decken und Wänden aufmerksam, die Spuren von eindringendem Wasser zeigen. Wir haben sie ermutigt, den Schaden schnellstmöglich von Handwerkern begutachten zu lassen, denn durch ein undichtes Dach kann das ganze Gebäude weiteren Schaden nehmen. Der Kostenvoranschlag der Handwerker war mit 2400 € zunächst etwas überraschend, aber wie sich später herausstellte nicht unrealistisch hoch. 

Wir haben das - wie ihr wisst - dann direkt in die Bedarfe mit aufgenommen und auch priorisiert. Mittlerweile haben wir die seitdem eingegangenen Spenden nach Georgien überwiesen und die Handwerker haben die Dachreparatur abschließen können. Während der Reparatur zeigte sich, dass dies noch rechtzeitig, aber auch höchste Zeit war, um weitere Schäden am Haus zu verhindern.

Finanziert wurde das neue Dach aus den neuen Spenden, aus einem Beitrag der georgischen Baptisten, denen das Gebäude gehört, als auch teilweise aus Geldern, die für das restliche Schuljahr für Essen, Trinken, Strom, Gas etc. vorgesehen waren. Insofern benötigen wir nun auch in 2020 noch ein paar Spenden, damit der Hort auch bis zum Ende des Schuljahres fortgeführt werden kann.

Insgesamt sind wir sehr froh und dankbar, dass sich der Spenderkreis über den Verein WirGestalten e.V. und über Betterplace in diesem Jahr vergrößert hat und mehr Menschen mithelfen, das Hort-Projekt zu unterstützen. 

Daher gehen wir guten Mutes in das neue Jahr und wünschen auch Dir - in aller Verbundenheit - viele freudige und erfolgreiche Momente!

Sheenagh Matthews & Markus Bleck

 

Hier einige Bilder von der Dachreparatur:

 

Annual report 2019 - sharing some of the most relevant aspect from the after-school care project:

In both school years, up to the summer holidays and in the current school year, 10 children between the ages of 6 and 14 took part in the after-school program. Three children in the past school year and two in the current one attended the program for the first time.

When we visited the village during the summer vacation, several of the children came to see us and we sat together, talked and played a bit. The time together showed us that the children love coming to the after-school care center, that they like the teachers very much and that they get on with the teachers and the other children really well.

The new children in particular have shown an improvement in their school work during the course of the year because of the afternoon program, which includes help with homework. Both parents and school teachers are agreed on this and so the project is receiving more praise and recognition from the local community. That is no small achievement in Georgia, which is strongly Orthodox. Other religious communities are often viewed with skepticism or disapproval and because the daycare is organized by the local Baptist church, some villagers were initially critical of the project. In December a local woman even turned up unannounced with cake and drinks to thank the educators for their (primarily voluntary) commitment and to surprise the children.

During our visit, we also noticed that some elementary things are still needed. For example, the children only have a very limited range of puzzles and games, which have become boring because they are so familiar. The educators always try to find ways to be creative with very few resources but we would be pleased to receive additional donations for new games and puzzles.

During the visit, Marika Tskhadadze, the head of the day-care center, showed us a number of places on the ceilings and walls that showed water damage. We agreed to have the damage assessed as soon as possible because a leaky roof can damage the entire building. The cost estimate - €2,400 - surprised us initially but it turned out not to be unrealistically high because the roof had to be redone. As you may have seen, we advertised this need on Betterplace and prioritized it. Since then we have transferred the donations received to Georgia and the workmen have completed the repairs. It turned out that the work was done just in time to prevent further serious damage to the building (see some pictures above).

The roof was financed with new donations, a contribution from the Georgian Baptists who own the building, and also partly from funds that had been earmarked for the rest of the school year for food, drinks, electricity, gas, etc. We now still need a few donations in 2020 so the program can continue until the end of the school year.

We are very happy and grateful that the donor group has grown this year through WirGestalten e.V. and Betterplace and that more people are helping support the after-school project.

We are going into the new year full of hope and wish you a happy and successful new year!

Sheenagh Matthews & Markus Bleck

 

 

Neuigkeiten Dezember 2019
Kürzlich waren die 350 € zusammen, die für die Reparaturen am Dach veranschlagt waren. Dann waren die Handwerker da um die nötigen Ausbesserungen genauer abzuschätzen. Leider kam dabei heraus, dass das Dach für ca. 2200 € komplett neu gedeckt werden muss. Daher bitten wir nun gezielt um Spenden dafür.

Spenden
Mit deiner Spende hilfst du uns, das Hort-Projekt zu sichern.

Mehr Informationen unter: betterplace.org/p71271.

Spendenkonto:
WIR GESTALTEN e.V.
Spar- und Kreditbank Bad Homburg e.G.
IBAN: DE87500921000001530062
BIC: GENODE51BH2